Neben den klassischen Stilen gibt es in der modernen Pflegeforschung und -praxis zwei Ansätze, die zunehmend an Bedeutung gewinnen: transformationale Führung und der sogenannte New-Leadership-Ansatz.
Transformationale Führung bedeutet, dass die Führungskraft über das reine Managen von Aufgaben hinausgeht. Sie inspiriert ihr Team, vermittelt Sinn in der Arbeit, fördert persönliches Wachstum und schafft eine Kultur, in der Menschen nicht nur funktionieren, sondern sich weiterentwickeln wollen. Die Führung in der Pflege wird sich zukünftig noch stärker an einem transformationalen Führungskonzept sowie wissenschaftlichen Erkenntnissen aus der Führungs-, Kommunikations- und Neuropsychologie ausrichten müssen. Gerade in einem Beruf, der so stark von intrinsischer Motivation lebt, ist dieser Ansatz besonders wirkungsvoll.
Der New-Leadership-Ansatz, der in einer aktuellen Forschungsstudie der HFH Hamburger Fern-Hochschule unter 263 Führungs- und Pflegekräften untersucht wurde, geht in eine ähnliche Richtung. Unter New Leadership wird ein modernes Führungsverhalten verstanden, das sich durch Empathie, Transparenz in der Kommunikation, Partizipation, Motivation der Mitarbeitenden sowie Kreativität bei Lösungswegen und Ideen auszeichnet. Die Studie zeigt, dass sowohl Führungskräfte als auch Pflegefachkräfte diesen partizipativen Stil bevorzugen – es besteht also ein breiter Konsens darüber, was gute Führung in der Pflege ausmacht.
Moderne Führungsstile setzen auf Empathie, Flexibilität und partizipative Entscheidungsfindung. Positive Leadership fördert eine Kultur der Wertschätzung, der kontinuierlichen Weiterbildung und des offenen Dialogs. Wenn die Führungsperson inspirierend ist, die Probleme der Mitarbeitenden ernst nimmt und ihre Stärken fördert, entsteht ein gutes Arbeitsklima.